«Gold und Silber lieb’ ich sehr, kann’s auch gut gebrauchen … hätt’ ich nur ein ganzes Meer, mich hinein zu tauchen» … was ich als Student einst begeistert sang, hier in der Burg Zug wird der Traum nun endlich Wirklichkeit!

Geschätzte Damen und Herren, es ist mir eine riesige Freude, die Sonderausstellung «Zug ist Schmuck – 400 Jahre Gold und Silber aus Zuger Werkstätten» eröffnen und Sie alle hier in der Aula der PH Zug begrüssen zu dürfen.

400 Jahre! Der Titel der Ausstellung lässt bereits erahnen, dass Zug auf eine langjährige Gold- und Silberschmiedtradition zurückblicken kann.

Bereits im Mittelalter haben die Zuger gewusst, wie man mit Kreativität und Kunstfertigkeit aus Edelmetallen prächtigen und Kirchenschmuck verarbeitet. Um dieses anspruchsvolle Handwerk zu erlernen, liessen sich im 17. Jahrhundert zahlreiche Zuger in Augsburg, damals ein sehr bedeutendes Goldschmiedezentrum in Europa, , zu Gold- und Silberschmieden ausbilden und trugen ihr Know-how zurück in die Heimat, um es hier in Zug weiterzuentwickeln.

Zu dieser Zeit gehörten Goldschmiedearbeiten zu den wichtigsten Kunstaufträgen überhaupt! Vor allem die katholische Kirche hatte Bedarf an Goldschmiedearbeiten und war zu jener Zeit der Hauptauftraggeber dieser höchsten aller Künste. Damals entstand in den Zuger Goldschmiedewerkstätten viel liturgische Gerätschaft: viele Kreuze, Monstranzen und Reliquiare.

Der Titel «Zug ist Schmuck» weist auch darauf hin, dass die Gold- und Silberschmiedekunst in Zug bis heute einen hervorragenden Ruf geniesst. In vielen Ateliers in und um Zug werden immer noch an Werkbänken Edelmetall-Legierungen verarbeitet und wunderbare Schmuckstücke gefertigt.

Trotz ihrer überragenden Bedeutung und ihrer langjährigen Tradition, ist die Geschichte der Gold- und Silberschmiedekunst in Zug bis anhin kaum wissenschaftlich erfasst. Daher freut es mich besonders, dass im Rahmen dieser Sonderausstellung, die reiche Kulturtradition aufgearbeitet, erforscht und wissenschaftlich dokumentiert worden ist.

An dieser Stelle möchte ich dem Team des Museums Burg Zug unter dem neuen Direktor, Dr. Marco Sigg, einen herzlichen Dank aussprechen: Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass wir eine Fülle von Werken, die von Zuger Goldschmieden in verschiedenen Epochen geschaffen wurden, betrachten und bestaunen dürfen. Es ist Ihnen gelungen, nicht nur die Thematik aufzuarbeiten, sondern diese auch in ein Spannungsfeld mit den aktuellen Arbeiten der Schmuckszene Zug zu stellen. Sie haben in den letzten Jahren eine einzigartige Vielzahl von Kostbarkeiten und Schmuckstücken zusammengesucht und zu-sammengetragen, einen wahren Schatz.

Als Kultur- und Bildungsdirektor bedanke ich mich insbesondere auch für die fantastischen Schmuck-Workshops, die Sie im Rahmen dieser Ausstellung für unsere Schülerinnen und Schüler anbieten.

Ich freue mich auf die Gelegenheit, gemeinsam mit Ihnen dieses Handwerk jetzt noch näher kennenzulernen und in die unerschöpfliche Fantasie der Zuger Gold- und Silberschmiede einzutauchen.