Ich bedanke mich sehr herzlich für die Einladung zur heutigen Landsgemeinde und auch für die damit verbundene Möglichkeit, Ihnen die besten Grüsse des gesamten Zuger Re-gierungsrates überbringen zu dürfen.

Als Bildungsdirektor bin ich nicht nur für die Schulen und die Kultur im Kanton zuständig, sondern auch für den Sport. In dieser Funktion erlebe ich tagtäglich, wie entscheidend wichtig im Sport die Vereine sind und die ehrenamtliche Tätigkeit, die in den Vereinen ge-leistet wird.

Ab und zu wird der Sport auf die Aspekte «Wettkampf» und «Gesundheitsförderung» redu-ziert. Dabei geht aber vergessen, dass der Aspekt «Verein» mindestens ebenso wichtig ist. Die Vereinsstrukturen müssen gepflegt werden. Da kann der Kanton zwar mithelfen, in-dem er zum Beispiel alle Zuger Sportvereine mit Beiträgen aus dem Lotteriefonds unter-stützt. Im letzten Jahr hat die Bildungsdirektion über 800’000 Franken mit fixen Beiträgen pro gemeldetes Mitglied an die Vereine ausgeschüttet.

Aber ich bin überzeugt, dass sich mit Geld kein Engagement kaufen lässt. Wenn die Ver-eine also ihren Fortbestand sichern wollen, müssen sie aktiv sein, Mitglieder werben und vor allem auch geleistete Arbeit honorieren. Genauso wie sie es heute machen! Veteran zu werden ist keine Alterserscheinung. Bevor Sie Veteran werden konnten, mussten Sie alle eine langjährige und verdienstvolle Tätigkeit in Turnvereinen oder Turnverbänden nachweisen können. Ich gratuliere Ihnen, dass Sie mit Ihren Landsgemeinden Ihr Enga-gement öffentlich wertschätzen und so auch zeigen, dass Sie stolz darauf sind.

Sie leisten damit Ihren Vereinen einen wichtigen Dienst, indem Sie nämlich Vorbildfunktion übernehmen. Sie können mit Ihrem Vorbild viel dazu beitragen, dass die Aktiven auch be-reit sind, zusätzliche Verantwortung zu übernehmen, mehr zu leisten und sich für den Turnsport zu engagieren. Sie beweisen mit Ihrer Anwesenheit, dass gemeinsame Heraus-forderungen zusammen schweissen. Aus solchen Erlebnissen entsteht das Bedürfnis den Zusammenhalt, die Kameradschaft und die Freundschaft auch über die aktive Turnerzeit hinaus zu pflegen. Sie signalisieren damit den Jungen: «Macht auch mit, es lohnt sich!» Und für dieses Signal bin ich Ihnen sehr dankbar – ich wüsste nicht, wie ich den Auftrag, Sportförderung im Kanton zu betreiben, ohne funktionierende Vereine erfüllen könnte.

Mein Sportamt umfasst weniger als fünf Stellen. Und der Auftrag lautet, dafür zu sorgen, dass sich alle 115’000 Zuger, die sich irgendwie bewegen wollen, dies auch tun können. Und dass diejenigen, die sich “noch nicht” bewegen wollen mit attraktiven Angeboten «gluschtig» gemacht werden auf Sport. Es ist klar, dass das nicht ohne Vereine und Ver-bände geht. Ich habe deshalb, als ich den Rechenschaftsbericht des Sportamtes vorstell-te, einmal den Vergleich mit einem Eisberg gemacht. Sie wissen: von einem Eisberg schaut nur ein Siebtel aus dem Wasser, der Rest ist zwar da, aber er ist nicht sichtbar. So ist es mit der Sportförderung: Das Amt kann über den kleinen Teil, den es selber fördert, Rechenschaft ablegen. Aber der grosse Teil wird eigentlich in den Vereinen geleistet.

Im übertragenen Sinn ragen Sie mit Ihrer heutigen Landsgemeinde auch aus dem Wasser. Sie machen die lebenslange Begeisterung für das Turnen und die Turnvereine sichtbar – immer im Wissen darum, dass unterhalb der Wasserlinie noch viel mehr vorhanden ist.

Ich wünsche Ihnen eine gefreute Landsgemeinde in guter Kameradschaft!