Es freut mich ausserordentlich, Ihnen zu diesem besonderen Anlass die besten Grüsse der Regierung überbringen zu dürfen.

Ein bedeutsamer Tag für Zug! Schliesslich feiern wir nicht nur das 25-jährige Bestehen des Kunsthauses Zug. Wir eröffnen gleichzeitig die grösste Installation des international beachteten und erfolgreichen Künstlers Roman Signer im öffentlichen Raum.

So sieht es aus, wenn hervorragende Kunst und Alltag sich treffen – schlicht, leicht begreifbar und niederschwellig! Die Installation «Seesicht» ermöglicht uns eine neue Sicht auf etwas für uns Zugerinnen und Zuger alltägliches – den Zuger See.

Die Installation vereint die Funktion von Kunst mit einem Erlebnis der besonderen Art – und dies in mehrerlei Hinsicht: Wie Figura zeigt, bringt uns Kunst zusammen, sie zeigt uns die Welt von einer neuen Seite. Die Kunst bringt uns zum Nachdenken und verwickelt uns in Gespräche, sie bringt uns sprichwörtlich neue Sichtweisen bei und schafft mit dem emotionalen Erlebnis einen neuen Bezug zum Ort und kann – über alle Bevölkerungsgruppen hinaus – Identität stiften.

Diese Identität, die sich nur im Wechselspiel mit einem Gegenüber entwickeln kann, fördert das Kunsthaus Zug mit seinem Direktor der ersten Stunde, Dr. Matthias Haldemann, nun seit 25 Jahren. Mit mutigen, charakteristischen und ausserordentlichen Projekten innerhalb der eigenen Wände, im öffentlichen Raum oder im Rahmen der erfolgreichen Kunstvermittlung für Gross und Klein setzte das Kunsthaus Zug in den vergangenen 25 Jahren wichtige Akzente. Das Kunsthaus Zug gestaltete unsere eigene Identität vielleicht auch mit, ohne dass wir das bemerkten. Begegne ich irgendwo auf dieser Welt Werken von Künstlern wie Signer, Kawamata, Turrel, Wotruba, Kabakov, Pepperstein und vielen mehr… woran denke ich? – Richtig, an Zug! Die stille Präsenz der Kunst in unserem Alltag drängt sich nicht auf, sie erobert jedoch einen festen Platz im Gedächtnis und bleibt haften. So freuen wir uns auf den Gang in den See, auf dass uns die neue Sicht bereichern soll.

Die künstlerisch wie handwerklich hervorragend gelungene Installation Seesicht steht nicht zufällig an diesem Ort; der Künstler Roman Signer wählte bewusst die Szenerie der Katastrophenbucht, auf dessen Grund bis heute der Schutt der Vorstadtkatastrophe von 1887 ruht.

Ich freue mich auf die Möglichkeit, den Zugersee über die kommenden 10 Jahre immer wieder neu zu entdecken, bei Wind und Wetter, bei Regen und Schnee, bei Hitzewellen oder – wer weiss ob wir dies erleben werden – während einer Seegfrörni.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich wünsche Ihnen schöne Erlebnisse in der Seesicht, lassen Sie sich von der Kunst verführen und besuchen Sie den Zugersee so oft sie nur können.