(12.5.20, Zuger Zeitung)

Trotzdem gibt es im Kanton Zug von Gemeinde zu Gemeinde Unterschiede in den Schutzkonzepten für den Unterricht.

Die Pausenglocke klingelt zwar wegen der Schutzmassnahmen in einigen Zuger Gemeinden noch nicht – trotzdem herrscht nun wieder deutlich mehr Betrieb rund um die Schulhäuser. Wie in den meisten anderen Kantonen der Schweiz gehen seit dieser Woche auch im Kanton Zug die Schüler wieder ins
Schulhaus, um unterrichtet zu werden. Die Schulen hatten hierzu bis Mitte vergangener Woche Schutzkonzepte ausgearbeitet. «Wir haben sechs Eckwerte vorgegeben», erklärt der Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss. Aufgrund dieser habe jede Schule ihr eigenes Konzept
umgesetzt. Trotzdem: Ein Blick in die verschiedenen Schutzkonzepte zeigt, dass im Kanton Zug eine relativ einheitliche Form des Schutzkonzeptes gefunden wurde. Viele Punkte sind identisch gelöst. Regelmässiges Händewaschen, immer wieder lüften und Gegenstände reinigen, zwei Meter Abstand zwischen Lehrpersonen und Kindern, nach Möglichkeit offene Türen, kein Teilen von Essen und Getränken und Markierungen in Wartezonen wie beispielsweise vor einer Schulbibliothek.

Diese Einheit der Schutzkonzepte sei möglich aufgrund der Kleinheit des Kantons sowie der Vernetzung der Rektoren, so Schleiss. «Beispielsweise haben die Rektoren der Berggemeinden ähnliche Probleme und Fragestellungen – auch Zug und Baar, welche beide viel Schwimmunterricht anbieten, haben sich
miteinander abgesprochen.» Bei den Oberstufen habe man sich zudem entschieden, die Gruppe,
die sich durchmischen darf, nach Jahrgang zu definieren. «Mit den Niveauklassen und Wahlfächern
wäre ein Beschränken auf eine Klassengrösse nicht machbar gewesen», erklärt Schleiss. Sollte im Schulalltag ein Verdachtsfall auf Covid-19 auftreten, ist dies in allen Zuger Gemeinden gleich geregelt. So haben die Schulen in ihren Schulhäusern Räume definiert, in denen Kinder und Lehrer warten können, wenn sie plötzlich Symptome wie Husten, Fieber oder Halsschmerzen zeigen. Hierbei werden bei den Schülern immer erst die Eltern kontaktiert, bevor die Kinder nach Hause geschickt werden.

Individueller Einsatz von Plexiglasscheiben
Trotzdem hat auch jede Gemeinde in ihrem Konzept Eigenheiten, welche sie alleine oder gemeinsam mit wenigen anderen Gemeinden gleich hat. So sieht Cham «wo nötig» vor, «Verkehrswege mit Absperrbändern und Bodenmarkierungen» zu kennzeichnen. Unter anderem in Baar und Risch werden
Pausen gestaffelt oder örtlich getrennt abgehalten. In anderen Gemeinden, wie beispielsweise
in Hünenberg und Unterägeri, sind die Schulzimmer schon früher offen, damit die Kinder direkt
in ihr Schulzimmer gehen können und sich nicht auf dem Pausenplatz versammeln. Unterschiedlich wird auch der Einsatz von Plexiglaswänden sowie Mundschutz und Handschuhen gehandhabt. So
sehen einige Schulen die durchsichtigen Trennwände nur für Heilpädagogen, Logopäden und
ähnliche Unterrichtsformen mit viel Nähe vor. In anderen Schulen werden die Plexiglasscheiben
in allen Schulzimmern eingesetzt. Gesichtsmasken sind grösstenteils nur für Covid-19-Verdachtsfälle vorgesehen. In einigen Schulen können sie auf Wunsch aber auch im Regelunterricht eingesetzt werden.

Kanton prüft Umsetzung vor Ort
Das Einhalten dieser Konzepte wird vom Kanton überwacht – so die Vorgabe des Bundes. Dies geschehe in zwei Schritten, erklärt Schleiss. In einem Ersten wird stichprobenmässig der Inhalt der Konzepte geprüft. «In einem zweiten Schritt besuchen wir die Schulen – kurzfristig angekündigt.» Kurzfristig angekündigt, da dies nötig sei, weil bei einer solchen Überprüfung mehrere Erwachsene
von aussen in der Schule vorbeikommen. «Wir gehen aber davon aus, dass uns nicht eingehaltene Massnahmen des Konzeptes im Wiederholungsfall wohl auch von Eltern, Lehrern oder der Polizei
gemeldet werden», so der Bildungsdirektor.

Schreibe einen Kommentar