Die Lehrerinnen- und Lehrerbildung ist einem ständigen Wandlungsprozess unterworfen. Die letzte grosse Veränderung in der Struktur der Ausbildung von angehenden Lehrpersonen stellte im Zuge der Bologna-Reform die Tertiarisierung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung dar. Während vor den Reformen der 1990er Jahre die Ausbildung der Lehrpersonen im Vor- und Volksschulbereich an Se-minarien der Sekundarstufe II erfolgte, werden angehende Lehrer und Lehrerinnen heute an den ab 2000 geschaffenen Pädagogischen Hochschulen und somit an Bildungsinstitutionen der Tertiärstufe ausgebildet. Diese Umstellung zeitigte Wirkungen auf die Anforderungen, die Inhalte und die Struktur der Lehrpersonenbildung und den Lehrberuf insgesamt: Die Lehrerinnen- und Lehrerbildung fusst auf den vier Leistungsbereichen Ausbildung, Weiterbildung, Forschung und Entwicklung sowie Dienstleis-tungen. Mit der Reform hin zu einer umfassend konzipierten Ausbildung wurden hauptsächliche zwei Ziele verfolgt: eine höhere Professionalisierung der Lehrerinnen und Lehrer sowie die gesamtschwei-zerische Anerkennung kantonaler Lehrdiplome.

Die Umsetzung der Reformen hatte im Kanton Zug zur Folge, dass die drei bis anhin bestehenden Semiarien Heiligkreuz (Cham), Bernarda (Menzingen) und St. Michael (Zug) zugunsten einer Päda-gogischen Hochschule aufgelöst wurden. 2003 erfolgte die Gründung der Pädagogischen Hochschu-le Zentralschweiz (PHZ) mit den drei Standorten Luzern, Goldau und Zug. Die PHZ Zug nahm ihren Betrieb am Standort des ehemaligen Seminars St. Michael auf. Seither bildet die PHZ Zug Lehrper-sonen aus, bietet Weiterbildungen an, leistet Forschungs- und Entwicklungsarbeiten und bereichert den Kanton und die Region mit verschiedenen Bildungs- und Kulturangeboten.

Nach beinahe zehn Jahren unter dem gemeinsamen organisatorischen Dach beschlossen die Kon-kordatskantone die Auflösung des Konkordats über die PHZ. Künftig soll die Lehrerinnen- und Leh-rerbildung an drei autonomen Hochschulen in den Kantonen Zug, Luzern und Schwyz erfolgen. Für den Kanton Zug bedeutet dies, per 1. August 2013 die Grundlagen für eine eigenständige, kantonal getragene Pädagogische Hochschule zu schaffen. Diese Arbeiten sind im Gange und haben in der externen Vernehmlassung ein positives Echo bei Gemeinden, Parteien und weiteren Vernehmlas-sungspartnern gefunden.

Mit der Schaffung einer eigenständigen Pädagogischen Hochschule Zug schreibt der Kanton seine erfolgreiche Tradition in der Ausbildung von Lehrpersonen fort. Die Hochschule wird mit der Ausbil-dung von gut qualifizierten Lehrpersonen, der Weiterbildung von praktizierenden Lehrpersonen sowie der Entwicklung und Beratung von Schulhausteams und Schulleitungen die gemeindlichen Schulen weiterhin in ihrer Arbeit unterstützen. Damit wird die PH Zug weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Bildungsqualität in unserem Kanton leisten.