Ohne gute Lehrer gibt es keine guten Schulen. Alle Untersuchungen zur Schul- und Unterrichtsqualität kommen zu diesem Befund. Aber was genau ist eine gute Lehrerin, ein guter Lehrer? Was kennzeichnet sie oder ihn? Wenn wir uns an unsere besten Lehrer erinnern, kommen wir dem Geheimnis rasch auf die Spur.

Besonders positiv erinnern wir uns an Lehrpersonen, bei denen wir uns wohlfühlten. Nicht im Sinne eines Wohlfühlprogramms, sondern im Sinne von erlebter Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Wertschätzung
und Aufmerksamkeit zeigten sich auch darin, dass solche Lehrpersonen hohe Erwartungen an uns richteten und uns auf diese Weise fachlich, aber auch menschlich weiterbrachten. Mit Fachwissen, Ecken und Kanten. Wir erinnern uns an besonders engagierte Lehrer: an Sportler, Theaterregisseure, Computerfreaks, Krippenbauer und Christbaumschmücker, Musikanten und Chorleiterinnen oder auch an Festorganisatorinnen und viele mehr – also an Lehrpersonen, die noch und nöcher die sogenannte «extra mile» unter ihre Füsse nahmen. Und wir erinnern uns an Lehrer, die am lautesten über sich selbst lachen konnten und uns unsere Eigenheiten liessen.

Der langen Rede kurzer Sinn: es sind Persönlichkeiten, an die wir uns erinnern. Zur Persönlichkeit heisst es im Duden: Mensch mit ausgeprägter individueller Eigenart oder jemand, der eine führende Rolle im gesellschaftlichen Leben spielt.

Früher war der Begriff «Lehrerpersönlichkeit» gang und gäbe, um eine gute Lehrperson zu beschreiben. Ist der Begriff vielleicht deshalb etwas in Vergessenheit geraten, weil wir umständlicher von Lehrerinnen- und Lehrerpersönlichkeiten sprechen müssen? Ich weiss es nicht. Wenn es nur daran liegt, dann schlage ich den Begriff Lehrpersönlichkeit vor. In diesem Sinne spreche ich gerne ein Hoch auf alle Lehrpersönlichkeiten in den Zuger Schulzimmern aus!

Das Hochhalten der Lehrpersönlichkeit darf übrigens nicht mit der alleinigen Fokussierung auf die Lehrperson verwechselt werden. Persönlichkeiten arbeiten zusammen. Schul- und Unterrichtsqualität
ist das Ergebnis von Zusammenarbeit. Qualität entsteht dort, wo sich Schulleitungspersönlichkeiten und Lehrpersönlichkeiten zur Lehrgemeinschaft zusammenschliessen und sich miteinander für gute Zuger Schulen engagieren. Das ist schon vielerorts im Kanton Zug der Fall und auf diesem Weg bleiben wir unterwegs.