Versammlung der Kantonalkomitees in Zug

Ich heisse Sie alle herzlich willkommen im Kanton Zug, herzlich willkommen in der Stadt Zug.

Vergangene Woche habe ich Ferien gemacht und bin auf private Kosten – das ist noch wichtig, dass ich das erwähne – nach Singapur gereist. Natürlich nutzte ich die Gelegenheit, um auch der Schweizer Schule Singapur einen Besuch abzustatten. Der Kanton Zug ist Patronatskanton dieser Schule, die etwa 300 Schülerinnen und Schüler zählt. Die Schule ist umgeben von tropischen Pflanzen und liegt fernab von verkehrsreichen Strassen und dem hektischem Treiben Singapurs. Mein Rundgang führte mich durch verschiedene Klassenzimmer. Ein lustiges Detail dieser Schulzimmer ist, dass deren Türen allesamt nicht etwa auf einen Korridor, sondern direkt in die Natur hinausführen. Zwischen der Schule und sozusagen dem Dschungel gibt es nur eine Türe. Das Theater, das die Schülerinnen und Schüler am Proben waren – nämlich das Dschungelbuch – hat jedenfalls wunderbar zur Umgebung und zum Klima gepasst.

Es war eine interessante Erfahrung, so weit weg von der Heimat ein Stück Schweiz zu finden. Mir wurde auf diesem Besuch auch die Botschafterrolle bewusst, die diese hochangesehene Schweizer, oder eben Zuger Schule in Singapur einnimmt.

Im Rahmen dieser Partnerschaft mit Singapur haben auch schon Zuger Schülerinnen und Schüler – letztes Jahr waren das Schülerinnen und Schüler aus der Gemeinde Hünenberg, dieses Jahr ist die Gemeinde-Schule Menzingen an der Reihe – die Gelegenheit erhalten, die Schweizer Schule in Singapur zu besuchen. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich bewerben. Wer zum Beispiel aus Menzingen die Reise antreten wollte, musste ein Selektionsverfahren – u.a. mit einer Bewerbung und einem Vortrag zum Thema – überstehen. Dieses Angebot richtet sich jeweils eben nur an eine Handvoll Schülerinnen und Schüler. Sie können sich vorstellen, dass die Rückmeldungen und Reiseberichte sehr positiv ausfallen, dass die Begeisterung und das Interesse an einer anderen Kultur vor, während und auch nach diesem Austausch riesig sind.

Ich weiss, dass auch die jungen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die an den Sommer- und Winterlagern unserer Stiftung teilnehmen, mit einem Rucksack voll positiven Eindrücken und Erlebnissen nach Hause fahren. Das ist zuerst einmal für diese Kinder gut … das ist aber auch für die Schweiz gut. Gerade wenn man eigenständig sein will auf dieser Welt – und darüber bin ich natürlich sehr froh – braucht man besonders viele Freundinnen und Freunde auf allen Kontinenten. Freundinnen und Freunde der Schweiz, die die Eigenheiten und Eigenarten der Schweiz kennen, lieben und auch einmal verteidigen, wenn die Kritik an der Schweiz vielleicht etwas gar einseitig ausfällt.

Auch das gehört zum internationalen Standortwettbewerb: Dass man sich ein internationales Netz von potentiellen Fürsprecherinnen und Fürsprechern schafft, welche die Schweizer Positionen mit Überzeugung und aus Liebe zu den eigenen Wurzeln vertreten. Das geht nur, wenn man die Schweiz kennt. Am besten aus eigener Erfahrung. Die Arbeit unserer Stiftung passt wunderbar in diesen Kontext und wird diesem Anspruch gerecht.

Dass im Umfeld der Stiftung und in den Lagern selbst so viel Freiwilligenarbeit geleistet wird, dünkt mich übrigens auch eine gutschweizerische Eigenart.

Ich danke Ihnen allen für Ihr Engagement. Ich freue mich sehr auf den heutigen Tag und die Gespräche mit Ihnen.

In den Lagern unserer Stiftung beginnt, was später blüht in der Welt.