Ein wichtiger Anspruch der Schulinfo Zug besteht darin, umfassend über die Arbeit der Direktion für Bildung und Kultur und weiterer Akteure des Zuger Schulwesens zu informieren. Wer macht was? Warum wird das gemacht? Und welche Konsequenzen hat das für Ihre und unsere Arbeit? Ein zweiter Anspruch besteht darin, über die Behandlung der Fakten und Details hinaus auch der bildungspolitischen Debatte den einen oder anderen Impuls zu verleihen.

Dem erstgenannten Anliegen werden wir mit der vorliegenden Schulinfo sicher gerecht. Die Neuerungen in den Bereichen Noten, Übertritt II und Schularten- und Niveauwechsel sind Gegenstand der vorliegenden Schulinfo zum Fokusthema «Promotion und Übertritte». Auf Seite 14 finden Sie eine Einführung von meiner Seite. Daran anschliessend werden Sie auf mehreren Seiten über alle anstehenden Neuerungen informiert. Für die umfassende, hilfreiche Darstellung danke ich insbesondere Markus Kunz vom Amt für gemeindliche Schulen, der hier die Federführung hatte.

Was kann die Schule? Was muss die Schule? Was darf die Schule? Die Schulinfo Zug soll auch Raum und Anstoss für die grundsätzliche Auseinandersetzung mit der Bildungspolitik bieten. Fremdsprachen, Lehrplan 21, Harmonisierung der obligatorischen Schulzeit, neue Unterrichtsformen,
Integration … an aktuellen Themen fehlt es nicht. Die bildungspolitische Debatte, das Ringen um die beste Schule kann uns die Wissenschaft
nicht abnehmen, auch wenn die Wissenschaft selbst dies vielleicht anders sieht. Was sich bewährt und was nicht, was wir machen können und was nicht, wie viele und welche Neuerungen in welchem Zeitraum und zu welchem Preis die Schule erträgt und welche nicht – das ist die bildungspolitische Debatte, die wir als Gesellschaft führen müssen; Sie als Lehrpersonen, ich als Bildungsdirektor – wir alle als Bürgerinnen und Bürger. Ich hoffe, dass es der Schulinfo Zug gelingt, auch auf diesem Feld immer wieder den einen oder anderen Gedankenanstoss zu geben.

Die Debatte über die beste Schule liegt mir sehr am Herzen. Deshalb bin ich auch häufig an den Zuger Schulen unterwegs. Nicht um Ihnen ins Handwerk zu pfuschen, sondern um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Das ist der Sinn und Zweck dieser Besuche. Auf Seite 13 berichtet Martin Senn in seiner Kolumne über seine Gedanken zu meinem Schulbesuch in Walchwil. Seinen Schlussfolgerungen schliesse ich mich sehr gerne an. Dafür, dass ich unpünktlich war, konnte ich allerdings nix. Aber das sagen alle, ich weiss.

Und damit abschliessend zum abgesagten Zuger Lehrerinnen- und Lehrertag. Ich werde zusammen mit den Fachgruppen und dem Amt für gemeindliche Schulen eine Situationsanalyse vornehmen und mögliche Szenarien entwickeln. Dazu gehört auch eine saubere rechtliche Verankerung dieses Tages. Nur aus Prinzip müssen wir uns sicher nicht treffen. Ich weiss auch, dass an Sitzungen
und Konferenzen grundsätzlich kein Mangel besteht. Aber wenn sich der Tag (oder Halbtag?) vielleicht als Plattform für die Auseinandersetzung mit der einen oder anderen grundsätzlichen Bildungsfrage gestalten lässt, dann bin ich sicher der Letzte, der etwas dagegen hat.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und grüsse Sie herzlich!