Im kleinen Kanton Zug weiss man um die grosse Bedeutung intakter Landschaften. Dazu gehört auch eine intakte Bildungslandschaft.

Ein Ort, wo angehende Lehrerinnen und Lehrer auf ihren Beruf vorbereitet werden, ist ein wesentliches Element einer intakten und vielfältigen Bildungslandschaft. Diese Auffassung hat im Kanton Zug eine lange Tradition. Am 28. Februar 2013 wurde diese Tradition abermals bestätigt. Damals sprach sich der Zuger Kantonsrat mit 72:0 Stimmen für eine eigene Pädagogische Hochschule aus.

Seither hat sich die Finanzlage des Kantons verändert. Da und dort wird nun auch die Notwendigkeit einer eigenen Pädagogischen Hochschule hinterfragt. Gut so! Kritik schärft die Sinne und das Profil. Beginnen wir mit dem Grundsätzlichen: Gute Lehrerinnen und Lehrer sind für den Bildungserfolg zentral. Aus diesem Grund ist die Ausbildung angehender Lehrerinnen und Lehrer nicht nur ein wesentliches, sondern ein strategisches Element jeder Bildungslandschaft. Während die grundsätzliche Bedeutung der Lehrpersonenbildung unbestritten ist, richtet sich der Blick auf die Einbettung der Pädagogischen Hochschule in die Zuger Bildungslandschaft. Nur wenn diese Einbettung auf Dauer gelingt und bei allen Anspruchsgruppen als Gewinn wahrgenommen wird, ist die Zukunft der PH Zug gesichert. Aus Sicht des Kantonsrats liefert die PH Zug mit der zügigen Einführung der Allrounder-Ausbildung per Studienjahr 2016/17 einen Beweis für die bildungspolitische Bedeutung einer eigenen Lehrpersonenausbildung.

Auf der Ebene der Zuger Schulen verändert sich der Blickwinkel. Nicht bildungspolitische Gestaltungsmöglichkeiten, sondern das Professionshandeln der Lehrerinnen und Lehrer rückt ins Zentrum. Auch auf dieser Ebene muss sich die PH Zug dauerhaft bewähren. Auf dieser Ebene sind die Erwartungen ebenso klar wie gross. Die PH Zug soll sich von der Zuger Schulpraxis befruchten lassen und die PH Zug soll mit Blick auf die Zuger Schulpraxis aus- und weiterbilden. Ich weiss, dass die PH Zug an dieser Nähe und an diesem Austausch sehr interessiert ist. Dafür spricht unter anderem die Tatsache, dass die Hochschulleitung regelmässig den Kontakt mit den gemeindlichen Schulen sucht und findet. Dieser Kontakt soll eine gegenseitige Wirkung entfalten. Gegenseitig deshalb, weil sich die PH Zug in diesem Austausch nicht auf die Rolle der «Dienstleisterin» zurückziehen kann. Eine Hochschule ohne intelligenten Einspruch und Widerspruch oder ohne Vernetzung über den Kanton hinaus ist keine Hochschule. Auch diese Rolle macht die PH Zug zu einem wesentlichen Element unserer Bildungslandschaft. Wenn der PH Zug diese Rolle aberkannt wird oder wenn der Kanton Zug für die PH Zug nur ein Kanton neben vielen anderen ist, die Zuger Schulen nur Schulen neben vielen anderen Schulen sind, dann können wir die Zuger Lehrerinnen und Lehrer getrost in Luzern, Schwyz oder Zürich ausbilden lassen. Meine Vorstellung ist eine andere.

Ich wünsche mir eine Pädagogische Hochschule, die zur Zuger Bildungslandschaft gehört. Eine PH Zug, welche die Zuger Schulen befruchtet und sich von den Zuger Schulen befruchten lässt. Eine PH Zug, welche eingebettet und gleichzeitig eigenständig auf dem Weg ist. Mit Weitblick lokal — diese Worte aus der Strategie der PH Zug beschreiben diesen Weg treffend. Die PH Zug ist mit ihren Partnerinnen und Partnern in Schulpraxis, Politik und Wirtschaft auf diesem Weg. Ich wünsche der Hochschule ein erfolgreiches Weiterkommen.

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