Ich bedanke mich für die Einladung an Ihre Diplomfeier. Ich darf Ihnen gleich zu Beginn die besten Grüsse der Zuger Regierung überbringen. Der gesamte Zuger Regierungsrat freut sich, dass heute eine stattliche Zahl von neuen Lehrpersonen ihr Diplom in Empfang nehmen können.

Die heutige Diplomfeier ist für mich aber auch Gelegenheit, ein paar Worte zu meinem aktuellen Lieblingsthema – das ist die Lehrerbildung – zu verlieren. Die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern ist eine faszinierende Sache. Darüber im engen zeitlichen Korsett einer Grussadresse zu sprechen, ist aber nur möglich, wenn ich mich auf zwei ausgesuchte Aspekte beschränke. Dies ist einerseits die Lehrerbildung aus der Perspektive des Zuger Bildungsdirektors und andererseits die Lehrerbildung aus der Perspektive der Absolventinnen und Absolventen.

Zuerst zu meiner Perspektive. Das Dossier Lehrerbildung ist im Kanton Zug ‘heiss’, seit der Kanton Luzern im Jahre 2010 das Konkordat über die Pädagogische Hochschule Zentralschweiz gekündigt hat. Es beschäftigt mich seit meinem ersten Arbeitstag auf der Direktion für Bildung und Kultur. Was am Anfang primär nach Scherbenhaufen und Ungewissheit aussah, ist mittlerweile auf gutem Wege. Der Terminplan ist eng, und doch bin ich sehr zuversichtlich. Es wird uns zum einen gelingen, das alte Konkordat einvernehmlich und reibungslos aufzulösen. Zum anderen werden wir wohl auch die gesetzliche Grundlage für die neue, eigenständige Pädagogische Hochschule Zug rechtzeitig in Kraft setzen können.

Nächsten Donnerstag wird das neue PH-Gesetz an den Zuger Kantonsrat überwiesen werden. Danach startet der parlamentarische Prozess, welcher bis zur Auflösung des Konkordates per 31. Juli 2013 abgeschlossen sein muss. In diesem Prozess muss ich den Kantonsrat davon überzeugen, dass es sich für den Kanton Zug lohnt, netto gut 8 Millionen Franken pro Jahr in eine eigene Zuger Lehrerbildung zu investieren. Die externe Vernehmlassung hat gezeigt, dass alle Parteien und die meisten Einwohnerge-meinden mit im Boot sind. Das ist ein verheissungsvolles Zeichen.

Aber wieso will ich denn unbedingt eine PH in Zug haben? Die Frage ist einfach zu beantworten. Als Bildungsdirektor bin ich dafür verantwortlich, dass wir im Kanton Zug gute Schulen haben und darin guten Unterricht erteilen. Dabei gibt es viele wichtige Rahmenbedingungen für guten Unterricht: Infrastruktur, Nahtstellen, Schulleitungskultur, Lehrpläne und viele andere mehr. Aber der wichtigste Baumeister des Erfolgs oder Misserfolgs einer Schule ist und bleibt die Lehrerschaft. Jede Qualitätssteigerung im Bereich des Lehrkörpers, von der Ausbildung und Selektion über die Führung bis zur Weiterbildung, wirkt sich unmittelbar auf den Erfolg der Schule aus. Deshalb und auch aufgrund der Bedeutung der Personalkosten innerhalb eines jeden Bildungsbudgets, ist der Lehrerbildung höchste bildungspolitische Aufmerksamkeit zu schenken.

Es ist also weniger der vielbeklagte Lehrermangel als diese Erkenntnis, die das Interesse der Bildungspolitik an der Lehrerbildung erklärt. Man könnte auch sagen, man konzentriert sich – erfreulicherweise! – auf das Wesentliche. Ich wage die Prognose, dass wir in den kommenden zwölf Monaten in der Zuger Politik intensiv über die Lehrerbildung debattieren werden. Und ich freue mich auf diese wichtige und anspruchsvolle Debatte, weil ich vom Produkt ‘Zuger Lehrerbildung’ überzeugt bin!

Ich will nun aber auch noch kurz zur Perspektive der Absolventinnen und Absolventen wechseln. Die meisten von ihnen haben vor drei Jahren ihr Studium an der PHZ Zug in Angriff genommen. Nun haben sie dieses erfolgreich beendet und werden in wenigen Momenten ihre Lehrerdiplome überreicht bekommen. Für die frisch diplomierten Lehrpersonen wird damit in erster Linie einmal eine Lebensphase zu Ende gehen. Neben aller Freude über die erbrachte und im Diplom verbriefte Leistung wird auch da und dort etwas Wehmut mitklingen. Man wird sich an solchen Diplomfeiern sehr unmittelbar bewusst, dass es auch gilt, von liebgewonnen Freunden und Freundinnen Abschied zu nehmen.

Ich bin überzeugt, dass Sie, liebe Absolventinnen und Absolventen, an der PHZ Zug einen guten Rucksack geschnürt bekommen haben. Ich glaube, das sehen Sie auch so. Beim direkten Austausch mit Ihnen, den ich dieses Jahr wiederum im Rahmen der Berufseinführungswoche erleben durfte, hatte ich auf jeden Fall den Eindruck, dass Sie sich für die anstehenden, verantwortungsvollen Aufgaben gut gerüstet fühlen.

Gewiss ist Ihnen bewusst, dass lebenslanges Lernen heute eine absolute Notwendigkeit ist. Und doch möchte ich betonen, dass dies gerade und insbesondere auch für Lehrpersonen gilt. Solange Sie im Bildungssektor arbeiten, wird Lehrerbildung für Sie immer ein Thema bleiben. Sie werden in Ihrer Berufskarriere immer wieder Zusatz- und Weiterbildungssequenzen erleben. Einen guten Teil davon – so hoffe ich zumindest – werden Sie dann an der neuen PH Zug absolvieren. Und weil wir die Schule primär auf ein neues gesetzliches Fundament aber nicht auf den Kopf stellen, werden Sie bestimmt immer wieder gerne an den Standort St. Michael Zug zurück kommen.

Liebe Absolventinnen und Absolventen, zum Schluss gratuliere ich Ihnen von Herzen zu Ihrem Diplom. Sie dürfen stolz sein auf das Erreichte und sich von Ihren Freunden und Familien dafür heute feiern lassen. Für den Start mit Ihrer ersten eigenen Klasse wünsche ich Ihnen alles Gute und viele gefreute Momente!