Sehr geehrte Preisträgerin, Brigitte Moser
Sehr geehrte Damen und Herren

Ich freue mich ausserordentlich, Sie zur Übergabefeier des Zuger Anerkennungspreises begrüssen zu dürfen.

Bevor ich auf die Preisträgerin zu sprechen kommen kann, muss ich noch ein halbes Jahrtausend ausholen… Das Goldschmiede-Handwerk hat in Zug lange Tradition. Bereits Ende des 15. Jahrhunderts haben die Zuger gewusst, wie man mit Geduld, Kreativität und handwerklichem Geschick aus Edelmetall funkelnde Gegenstände und auch Schmuck herstellt. Nach jahrhundertelanger Blüte hatten die Zuger Goldschmiede Ende des 18. Jahrhundert wegen schlechter Auftragslage eine Krise und verschwanden für über 100 Jahre weitgehend aus Zug. Erst in den 1950er Jahre kam das Gewerbe wieder in Schwung. Gerade noch rechtzeitig, kann man sagen.

Brigitte Moser hat anfangs der 70er Jahre ihre Lehre als Goldschmied in Zug gemacht. Kurz darauf hat sie ihr erstes Goldschmiede-Atelier in Baar eröffnet. Sie hat Schmuck hergestellt und experimentelle Kunstobjekte aus unterschiedlichsten Materialien geschaffen. Darüber hinaus – und das ist entscheidend! – hat sie ihr Atelier immer auch als Plattform für Ausstellungen, für Begegnungen und für den Austausch genutzt.

Ich freue mich sehr, Brigitte Moser mit dem Zuger Anerkennungspreis auszeichnen zu dürfen. Gerne erinnere ich mich auch an den besonderen Moment, in welchem ich ihr die Nachricht im Auftrag des Zuger Regierungsrates überbringen durfte. Brigitte Moser war sehr überrascht, hat sich aber riesig gefreut.

Der Anerkennungspreis ist ein ganz besonderer Preis. Er wird unregelmässig, nur alle 3-4 Jahre vom Regierungsrat auf Antrag der kantonalen Kulturkommission vergeben. Der Preis kann an Personen verliehen werden, welche sich um das kulturelle Leben im Kanton Zug über eine längere Zeit besonders verdient gemacht haben. Deshalb setzt der mit 15 000 Franken dotierte Anerkennungspreis einen ganz besonderen Akzent.

Das kontinuierliche und herausragende Schaffen von Brigitte Moser als Schmuck-Künstlerin, als Galeristin und als Kulturveranstalterin verdient die Anerkennung der Zuger Kulturförderung. Die künstlerischen Fähigkeiten von Brigitte Moser, ihre Experimentierfreude und ihr handwerkliches Geschick lässt sie Schmuck von hohem künstlerischem Gehalt kreieren. Ihre Arbeit als Schmuckkünstlerin und auch ihr Engagement als Organisatorin von Events, Symposien und Anlässen im Schmuckbereich strahlen dabei weit über die Kantonsgrenzen hinaus – bis ins Ausland. Ihr Talent als Organisatorin, als Netzwerkerin und als Veranstalterin prägt auch die Zuger Kulturszene seit vielen Jahren in herausragender und vielfältiger Weise. Als Beispiel erwähne ich die Gründung des «Vereins Kunstkiosk» in Baar, die Organisation der Zuger Kunstnacht, die Mitarbeit an der Ausstellung «Zug ist Schmuck» 2013 in der Burg Zug oder die Gruppenausstellung «Frisch von heute» letzten Herbst in der Shedhalle.

Ich hoffe – nein ich bin überzeugt! -, dass Brigitte Moser auch in Zukunft viele bemerkenswerte Projekte im Kanton Zug initiieren umsetzen wird. Ich freue mich darauf, den heutigen Abend mit Ihnen, liebe Brigitte Moser, und Ihren Gäste zu verbringen und gratuliere Ihnen im Namen des Zuger Regierungsrat herzlich zum Anerkennungspreis.