(21.5.22, Grusswort zur Eröffnung Schulhaus Rony in Hünenberg)

Ein neues oder ein saniertes Schulhaus zu eröffnen macht definitiv viel mehr Freude, als ein Schulhaus oder die Schule zu schliessen. Nach der Pandemie kenne ich nun aber beides.
Im März 2020 mussten wir die Schulen tatsächlich schliessen. Noch am Freitag (es war ein 13.) sind wir davon ausgegangen, schlimmstenfalls die ober Klassen der Mittelschulen schliessen zu müssen. Am Freitagmittag kam die Information aus Bern, dass alle Schulen geschlossen werden müssen. Am Freitag am Nachmittag haben wir die Schulen informiert. Die meisten Schülerinnen und Schüler waren dann schon zu Hause. Am Samstag sind Kanton und Gemeinden zusammengesessen und haben über die notwendigen Massnahmen vor allem bei der Betreuung gesprochen. Und am Montagmorgen ist kein einziger Zuger Schüler zur Schule gegangen. Kein Kind hat irgendwo verloren vor einem Schulhaus gewartet. Alle waren im Bild. Die Schulleitungen und Schulen haben übers Wochenende Unglaubliches geleistet.

Überhaupt: unsere Lehrerinnen und Lehrer sind Pandemiehelden. Niemand hatte Freude an geschlossenen Schulen. Und so haben die Lehrerinnen und Lehrer, als wir die Schule endlich wiedereröffnen konnten, alles darangesetzt und mitgeholfen, die Schulen offen zu halten und die Schülerinnen und Schüler in der Schule zu halten. Aus tiefster pädagogischer Überzeugung. Aus tiefster Überzeugung, den Kindern und Jugendlichen möglichst viel Normalität in dieser abnormalen Zeit zu ermöglichen.

In der Schweiz blieben die Schulen Gott sei Dank sehr kurz geschlossen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern. Das hat sich ausgezahlt und wird sich auszahlen.

Es ist mir deshalb ein grosses Anliegen, dem Rektor und der Schulleitung zu danken. Es ist unglaublich, wie viele Entscheide und Anordnungen manchmal über Nacht getroffen, umgesetzt und kommuniziert und durchgesetzt werden mussten. Es ist mir ein riesiges Anliegen, allen Lehrerinnen und Lehrern zu danken. Ihr Engagement ist nicht unbeobachtet geblieben. Sie haben mit ihrem Engagement viel Goodwill und politisches Kapital geschaffen. Und in diesen Dank will ich auch den Hausdienst und alles andere Schulpersonal einschliessen. Sie haben auch x Zusatzschichten geschoben und ohne sie wäre es nicht gegangen. Und dann natürlich auch ein herzliches Dankeschön an die Eltern. Für das Verständnis, dass es in der Krise immer Graubereiche gibt. Dass es in der Krise Hüst und Hott gibt. Dass man sich auch in der Krise nicht immer versteht. Auf meiner Stufe weiss ich, dass wir im Kanton Zug letzten Endes sehr wenig mit Eltern über die Pandemiemassnahmen streiten mussten. Wir haben in der Pandemie wirklich alle am gleichen Strick gezogen.

Und heute sind wir hier, um ein Fest nachzuholen, das wir in der Pandemie nicht feiern konnten. Und wieder ist der Rektor, ist die Schulleitung, sind die Lehrerinnen und Lehrer, ist der Hausdienst im Einsatz. Lieber Rolf Schmid, ich finde es einfach grossartig, was Du und Dein Team geleistet haben und immer wieder leisten. Ganz herzlichen Dank!

Ja, jetzt zum sanierten Schulhaus… Es hat sich ja schon seit letztem August mit neuem Leben gefüllt. Man merkt es: das Schulhaus lebt. Und so muss es sein.
Ich habe drei Wünsche für das Schulhaus.
1. Dass die Kinder, die hier in die Schule gehen, mit einem guten Gefühl in die Schule gehen und einmal fröhlich an ihre Zeit im Schulhaus Rony zurückdenken. Ich zweifle keinen Moment daran.
2. Dass die Lehrerinnen und Lehrer, die hier unterrichten, an jedes einzelne Kind glauben und in jedem Kind eine riesige Chance und eine gute Zukunft sehen. Ich zweifle keinen Moment daran.
3. Und ich wünsche mir, dass die Eltern, die ab und zu beim Schulhaus vorbeigehen, die Schule, die Lehrpersonen und die Kinder unterstützen … mit guten Gedanken, guten Worten und guten Taten. Auch an dem zweifle ich keinen Moment.

In Afrika sagt man: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Mit Blick auf die Schulhauseröffnung will ich sagen: Es braucht ein ganzes Dorf, damit es eine gute Schule gibt. Und das wünsche ich Ihnen, liebe Hünenbergerinnen und Hünenberger, von ganzem Herzen.